Reise Informationen
Goa
Goa ist der kleinste Bundesstaat Indiens
Hintergrund
Goa war von 1510 bis 1961 (also noch 13 Jahre nach der Unabhängigkeit Indiens) portugiesische Kolonie, was eine ganze Reihe von Folgen hat. So ist z.B. wesentlich mehr missioniert worden als im englisch dominierten Teil des Subkontinents. Durch spezielle Erlasse ermöglichte man es den Einheimischen zum Christentum zu konvertieren ohne dabei die Kastenzugehörigkeit zu verlieren. Daher gibt es in diesem Bundesstaat anteilsmäßig wohl die meisten Christen. Dies hat wiederum zur Folge das Goa (neben West Bengal) der einzige Bundesstaat ist in dem Kühe getötet werden dürfen und somit auch Kuhfleisch verkauft wird. Alkohol, in Hindu Staaten streng reglementiert, ist hier ebenso billiger und freier erhältlich. Die kulturellen Unterschiede zum Rest Indiens werden auch auf den ersten Blick deutlich: Frauen tragen in Goa in der Regel lateinamerikanisch wirkende Rüschenkleider anstelle von Saris.
Vor allem die, im Vergleich zum Rest Indiens, niedrigen Alkoholpreise machen Goa zu einem beliebten Ziel indischer Touristen. Als Hippie-Paradies und später Geburtsort von Goa-Trance ist Goa seit den späten Sechzigern ein Weltzentrum für Aussteiger. Hippies werden allerdings auch im liberalen Goa nicht gern gesehen, und der Ruf Goas als Drogenparadies ist für seine Einwohner wenig schmeichelhaft. Man versucht daher dagegen vorzugehen, und mit Blick auf die drakonischen Strafen die auf Besitz selbst von Kleinstmengen stehen sowie auf die im Vergleich zu Europa hohen Preise ist es eventuell günstig darauf zu verzichten.
In neuerer Zeit ist Goa auch verstärkt Ziel von Pauschaltouristen aus Japan und Westeuropa. Seit Ende der Neunziger hat der kleine Staat in der Hochsaison (d.h. um Weihnachten) mehr Touristen als Einwohner. Neben der Gefahr für die kulturelle Identität hängt davon allerdings auch der Wohlstand Goas zusammen, so dass man dem zwiegespalten gegenübersteht.
